Rückkehr in seine Heimat.
Es ist schon eine ganze Weile her, dass der Ureinwohner dieses Landes durch Pelztierjäger ausgerottet wurde.
Schade eigentlich! Der Biber als Spezialist für angewandte naturnahe Gewässergestaltung leistet viel für den Naturhaushalt und damit auch für uns.
Durch seine Dämme entlastet er die Gewässer bei Starkregenereignissen, in normalen Zeiten sorgt er für eine langsamere Wasserfließgeschwindigkeit und schon kann wieder mehr Wasser im Boden versickern. Das tut dem Grundwasserspiegel und den trockenen Böden gut.
Als Gewässeringenieur kümmert er sich nicht nur um den Grundwasserspiegel.
Er renaturiert unsere oft mittlerweile begradigten und ausgeräumten Fluss- und Bachlandschaften.
Er schafft mit der Dynamik seines Einflusses für eine Vielzahl an Lebewesen und Pflanzen Rückzugsorte und neue Lebensräume.
Gerade, aber nicht nur Fische und Amphibien profitieren von seiner fleißigen Arbeit.
Fledermäuse nutzen die oft entstandenen kleinen Biberteiche als Jagdreviere, verschiedenste Vögel, Libellen, Schmetterlinge profitieren davon, dass er kleine Biberwiesen entstehen lässt, indem er störendes Gehölz dort entfernt.
Das schafft Platz für die verschiedensten Blumen, Kräutern und Grässer, die nicht nur dem Biber schmecken.
Während er sich im Sommer meistens unauffällig verhält, beginnt im Herbst die Vorbereitung für den Winter und damit die Fällzeit.
Da der Biber keinen Winterschlaf hält und es nur wenige Pflanzen gibt, die er essen kann, schwenkt der Biber im Winter auf Weiden und Pappeln um.
Hier knabbert der kleine Nager, die feinen Triebe ab und weil er nicht klettern kann, fällt er die Bäume einfach mit seinen kräftigen Zähne.
Wer kennt Sie noch die Zahnpasta Werbung aus den 90igern?
So ist er der Biber, einfach ein Praktiker aus dem Leben!
Kein Wunder, dass sich eine Baumarktkette diesen Nager als Werbefigur ausgesucht hat.
Übrigends ein spannender Fakt über den Biber ist auch, das sein naher Verwandter das ebenso possierlich Eichhörnchen ist.
Die Weide und Pappeln sowie der Biber sind eine perfekte Kombination für die Auenökologie.
Die Bäume sind bestens an das Leben am Fluss angepasst.
Hier können sowohl der Biber als auch die Bäume ihre Stärken ausspielen.
Der Biber verjüngt den Bestand an Bäumen ständig. Dabei nimmt er es im Zweifelsfall mit jedem Baum auf. Was er sich in den Kopf gesetzt hat, das macht er zu seinem Projekt.
Die Weide hat die Fähigkeit schnell zu reagieren und sich wieder zu regenerieren und mag die schwankenden Wasserstände in der Auenlandschaft.
Der Biber nutzt das Holz für fast alle seine Tätigkeiten. Ob es der Bau der Biberburg oder seines Dammes ist und nicht zuletzt im Winter als Nahrung. Man erkennt es an der abgenagten Rinde und an den angespitzten Enden.
Wobei Biberburg?
Diese baut er bei uns nur in den seltensten Fällen. Oft sucht er seinen Unterschlupf in Erdbauen, so dass man dem kleinen Gewässerarchitekten selten erhaschen kann. Er verrät sich meistens indirekt dadurch, dass man an Bäumen seine Fraßspuren sehen kann. Diese leuchten oft hell, wenn sie gerade frisch sind und am Boden liegen manchmal noch etwas Späne.
Noch ist er Biber scheu und zeigt sich nur selten. Oft verrät er sich über seine Spuren.
Meldet uns gerne, wenn ihr Hinweise oder Spuren von Bibern gesehen habt, über unseren Biberspur Melder
Stellt bitte dem scheuen Gesellen nicht nach! Er ist ja gerade erst angekommen und muss sich selber erstmal zurecht finden.

